Aave lanciert dezentralen, NFT-basierten Twitter-Konkurrenten auf Polygon

Lens Protocol wurde entwickelt, um soziale Medienplattformen zu betreiben, die mit zentralisierten Giganten wie Twitter konkurrieren können – und es wird von NFTs betrieben.

Aeve kündigt den Start von Lens Protocol an

Das beliebte DeFi-Lending-Protokoll Aave geht bei seinem neuesten Web3-Projekt einen ganz anderen Weg und kündigte heute den öffentlichen Start von Lens Protocol an, einem dezentralen sozialen Graphen, der NFT-Assets zum Betrieb von Social-Media-Plattformen nutzt.

Aave lanciert dezentralen, NFT-basierten Twitter-Konkurrenten auf Polygon
Aave lanciert dezentralen, NFT-basierten Twitter-Konkurrenten auf Polygon

Lens Protocol scheint darauf ausgelegt zu sein, zentralisierte Social-Media-Plattformen wie Twitter herauszufordern, verfolgt aber einen ganz anderen Ansatz. Im Wesentlichen ermöglicht es den Nutzern, ihre Inhalte zu besitzen, indem sie sie als NFTs – einzigartige Blockchain-basierte Token – in einer Krypto-Brieftasche speichern. Das Protokoll kann von einer beliebigen Anzahl von Anwendungen oder Diensten angezapft werden, sodass jeder darauf aufbauen kann.

Das Lens Protocol basiert auf Polygon, einer Sidechain-Skalierungslösung für Ethereum, der führenden Blockchain-Plattform für dezentrale Anwendungen (Dapps) und NFTs. Polygon ermöglicht schnellere, billigere und weniger energieintensive Transaktionen als das Ethereum-eigene Mainnet, was es für ein soziales Netzwerk, das auf einer potenziell großen Anzahl von NFT-Assets aufbaut, praktikabler macht.

Soziale Medien gelten als idealer Anwendungsfall für die Blockchain-Technologie, da sie Plattformen ermöglichen, die zensurresistent sind und es den Nutzern ermöglichen, ihre eigenen Inhalte zu besitzen, zu kontrollieren und möglicherweise von ihnen zu profitieren.

Solche Plattformen müssen noch an die Größe von Giganten wie Twitter und Facebook herankommen, obwohl das Ethereum-basierte Minds ein bemerkenswertes Beispiel ist – es behauptet, im Juni 2021 insgesamt 14 Millionen Nutzer zu haben.

Das Lens Protocol wurde erstmals im Juni letzten Jahres angedeutet, als der Gründer und CEO von Aave, Stani Kulechov, twitterte: „Da [Square-CEO und damaliger Twitter-CEO Jack Dorsey] Aave auf Bitcoin aufbauen wird, sollte Aave Twitter auf Ethereum aufbauen“.

Das war keine unbedachte Bemerkung: Aave begann tatsächlich mit der Entwicklung eines dezentralisierten Social-Media-Konkurrenten, entschied sich aber letztendlich dafür, auf Polygon und nicht auf dem Ethereum-Mainnet aufzubauen.

„Wir glauben, dass die Ersteller von Inhalten ihr Publikum in einer erlaubnisfreien Weise besitzen sollten, in der jeder neue Nutzererfahrungen aufbauen kann, indem er den gleichen sozialen Graphen und die Daten auf der Kette nutzt“, sagte Kulechov damals zu Decrypt.

Aave enthüllte das Branding und die Details des Lens-Protokolls erstmals im Februar und hob dabei die Möglichkeit hervor, einzigartige NFT-basierte Profile zu erstellen und Inhalte über NFTs zu speichern, die die Nutzer in ihren eigenen Geldbörsen halten. Erste Apps wie LensFrens und Lenster nutzen das Lens Protocol bereits, sind aber noch keine robusten Social-Media-Dienste.

Twitters Interesse an einer dezentralisierten Zukunft

Interessanterweise blickt auch Twitter auf eine potenziell dezentralisierte Zukunft. Unter Dorsey kündigte Twitter die Gründung von Bluesky an, einer Initiative, die versucht, ein dezentralisiertes Protokoll für soziale Medien zu entwickeln. Twitter finanziert das Projekt, besitzt es aber nicht.

Twitter befindet sich derzeit mitten in einer potenziellen Übernahme durch den Milliardär Elon Musk, CEO von Tesla und SpaceX, dessen 44-Milliarden-Dollar-Angebot von dem Social-Media-Unternehmen im vergangenen Monat angenommen wurde.

Musk könnte jedoch von seinem Plan abrücken. Letzte Woche twitterte er, dass das Geschäft „vorübergehend auf Eis gelegt“ sei, während er die Verbreitung von Spam-Konten auf der Plattform untersuche. Die Mitglieder des Bluesky-Projekts haben erklärt, dass der mögliche Deal mit Musk ihre Arbeit nicht beeinträchtigen wird.

Kulechov wurde vor kurzem von Twitter vorübergehend gesperrt, als er scherzte, dass er nach der geplanten Übernahme durch Musk der Interims-CEO der Plattform sein würde. „Als Nutzer ist man der Gnade der Plattformen sehr ausgeliefert“, sagte er gegenüber Bloomberg.

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Sandra
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