Deutschland legt Hydra-Markt lahm und beschlagnahmt Server und Bitcoin

Deutschen Strafverfolgungsbehörden gelang es Hydra, einen führenden Darknet-Markt, zu erlangen und die Website lahm zu legen.

Ermittler schlagen bei Hydra in Deutschland zu und beschlagnahmen Kryptowährungen

Hydra Market, einer der größten Marktplätze im Darknet, wurde von den deutschen Behörden abgeschaltet und die Serverinfrastruktur beschlagnahmt. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilte, beschlagnahmten die Strafverfolgungsbehörden auch Bitcoin im Wert von rund 23 Millionen Euro (25 Millionen Dollar). Die folgende Meldung erschien am Dienstag auf der Hydra-Website: „Die Plattform und der kriminelle Inhalt wurden beschlagnahmt durch das Bundeskriminalamt unter Sachleitung der Generalanwaltschaft Frankfurt am Main im Rahmen einer international koordinierten Operation.“

Deutschland legt Hydra-Markt lahm und beschlagnahmt Server und Bitcoin
Deutschland legt Hydra-Markt lahm und beschlagnahmt Server und Bitcoin

Das BKA hat die Razzia gemeinsam mit der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt, die die Ermittlungen gegen die Betreiber und Administratoren von Hydra führt. Gegen sie wird wegen des Betriebs illegaler Online-Plattformen, die den Handel mit Drogen und Geldwäsche erleichtern, ermittelt.

Die deutsche Polizei stellte fest, dass Hydra mindestens seit 2015 aktiv war, bevor es zu den Beschlagnahmungen kam, die nach umfangreichen Ermittlungen des BKA und des ZIT erfolgten. Diese begannen im August letzten Jahres und wurden unter Beteiligung mehrerer US-Behörden durchgeführt.

Der Darknet-Marktplatz, der über das Tor-Netzwerk zugänglich war, richtete sich an russischsprachige Nutzer. Er hatte rund 17 Millionen Kunden und über 19.000 registrierte Verkäufer, heißt es in der Pressemitteilung. Neben verbotenen Substanzen wurden dort auch gestohlene Daten, gefälschte Dokumente und digitale Dienstleistungen angeboten.

Hydra wurde zu einem wichtigen Darknet-Markt, nachdem es eine andere russische Plattform, DNM Ramp, überholt hatte. Laut den vom Blockchain-Forensik-Unternehmen Chainalysis zusammengestellten Daten wird in Osteuropa mehr digitale Währung an Darknet-Marktplätze geschickt als in jeder anderen Region.

Sanktionen folgen

Washington hat Moskau eine Beteiligung an bösartigen Cyber-Akteuren wie DNMs, Ransomware-Gruppen und anderen Krypto-Kriminalität vorgeworfen. Im September sanktionierte das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums den in Russland ansässigen Krypto-Broker Suex, der mehr als 20 Millionen Dollar von Darknet-Märkten wie Hydra erhalten haben soll.

Das Finanzministerium hat Sanktionen gegen Hydra und eine Kryptobörse namens Garantex verhängt. Die hauptsächlich von Russland aus operierende Handelsplattform steht im Verdacht, Transaktionen im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar im Zusammenhang mit illegalen Akteuren und Darknet-Märkten abgewickelt zu haben, darunter 2,6 Millionen Dollar von Hydra.

Unterdessen hat das US-Justizministerium Anklage gegen den in Russland ansässigen Dmitry Pavlov wegen Verschwörung zum Vertrieb von Betäubungsmitteln und Verschwörung zur Geldwäsche erhoben. Der 30-jährige Pavlov ist angeblich der Administrator der Server von Hydra Market.

Die deutschen Strafverfolgungsbehörden gehen davon aus, dass Hydra wahrscheinlich der umsatzstärkste Darknet-Markt der Welt war. BKA und ZIT haben geschätzt, dass der Umsatz allein im Jahr 2020 mindestens 1,23 Milliarden Euro betragen hat. Sie stellten auch fest, dass die Ermittlungen durch den plattformeigenen Dienst “Bitcoin Bank Mixer” behindert wurden.

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Sandra
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