Türkischer Schiedsrichter schmeißt Bitcoin beim Anpfiff des Istanbuler Derbys

Die Entscheidung eines Fußballschiedsrichters, vor dem Anpfiff eines Spiels zwischen den Istanbuler Klubs Beşiktaş und Fenerbahçe einen Bitcoin zu werfen, hat in der Türkei eine Kontroverse ausgelöst.

Bitcoin-Wurf bei Fußballspiel wird in der Türkei untersucht

Das jüngste Aufeinandertreffen der Istanbuler Fußballvereine Beşiktaş und Fenerbahçe endete mit einem 1:1-Unentschieden, aber es ist nicht das enge Spiel, das die meiste Aufmerksamkeit auf sich zog, schrieb die türkische Tageszeitung Hürriyet in einem Artikel über das Sportereignis. Mit Fotos, die in den sozialen Medien gepostet wurden und den Schiedsrichter zeigen, wie er eine Bitcoin-Münze wirft, rückte die Anpfiffzeremonie in den Vordergrund, schreibt die Zeitung.

Türkischer Schiedsrichter schmeißt Bitcoin beim Anpfiff des Istanbuler Derbys
Türkischer Schiedsrichter schmeißt Bitcoin beim Anpfiff des Istanbuler Derbys

Vor jedem Fußballspiel wirft der Schiedsrichter eine Münze, um zu bestimmen, welche Mannschaft den Anstoß ausführen wird. Der türkische Fußballverband (TFF) untersucht nun den Fall, denn nach seinen Regeln dürfen die Schiedsrichter nur entweder eine 1-Lira-Münze oder eine spezielle Schiedsrichtermünze verwenden, deren eine Seite einen Torpfosten und die andere einen Fußball zeigt.

Der ehemalige Schiedsrichter Murat Fevzi Tanırlı wurde zitiert und bezeichnete die Münzwahl des Schiedsrichters Arda Kardeşler als „Affentheater„. Tanırlı beschuldigte seinen Kollegen, den Ruf des Berufsstandes zu beschmutzen, äußerte die Hoffnung, dass die Ermittlungen Licht in seine wahren Absichten bringen werden und warnte davor, dass Kardeşler für sein Verhalten bestraft werden könnte. In weiteren Kommentaren zu dem Vorfall erklärte der erfahrene Schiedsrichter:

„Das ist keine Vergesslichkeit, das ist ein Schachzug. Ich kann wirklich nicht verstehen, warum ein so erfahrener Schiedsrichter dieses Ereignis skandalisiert hat.“

Bitcoin-Wurf wurde nicht vorher genehmigt

In einer von der Agentur Anadolu zitierten Erklärung erklärte der TFF, Kardeşler habe ohne Wissen oder Genehmigung des Verbandes oder der Zentralen Schiedsrichterkommission der Türkei eine „Gedenk-Bitcoin“ umgedreht. Der 34-Jährige, ein von der FIFA lizenzierter Schiedsrichter, der in dieser Saison bereits 25 Spiele bestritten hat, steht im Verdacht, ohne die Zustimmung der Verbandsorgane eine Vereinbarung mit einer Kryptowährungsplattform unterzeichnet zu haben.

Türkische Medien weisen darauf hin, dass die Anpfiffzeremonie des Derbys zwischen Beşiktaş und Fenerbahçe auch von vielen globalen Sport-Websites übertragen wurde. Kommentatoren vermuten, dass auch die FIFA, der Internationale Fußballverband, und die UEFA, die Union der Europäischen Fußballverbände, in den Fall verwickelt sein könnten.

Hürriyet stellt fest, dass mehrere Online-Shopping-Websites Gedenkmünzen von Bitcoin verkaufen. Die Tageszeitung weist auch darauf hin, dass eine Reihe von Kryptowährungsplattformen kommerzielle und Sponsoring-Vereinbarungen mit Sportmannschaften unterzeichnet haben und türkische Athleten in den letzten Jahren bereits in einigen ihrer Werbungen mitgewirkt haben.

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Sandra
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