Großbritannien verwirft Plan zur Überwachung nicht gehosteter digitaler Geldbörsen

Das EU-Parlament stimmte vor etwa drei Monaten für eine ähnliche Maßnahme.

Keine Informationen über Absender und Empfänger ohne gehostete Wallet

In krassem Gegensatz zu einem im März von der Europäischen Union angenommenen Vorschlag wird das Vereinigte Königreich von den Versendern von Kryptowährungen nicht verlangen, Informationen über die Empfänger zu sammeln, die nicht gehostete Wallet Adressen verwenden.

Großbritannien verwirft Plan zur Überwachung nicht gehosteter digitaler Geldbörsen
Großbritannien verwirft Plan zur Überwachung nicht gehosteter digitaler Geldbörsen

„Anstatt die Erfassung von Informationen über den Empfänger und den Absender für alle Überweisungen ohne gehostete Wallet zu verlangen, wird von den Kryptounternehmen nur erwartet, dass sie diese Informationen für Transaktionen erfassen, die ein erhöhtes Risiko für illegale Finanzierungen darstellen“, heißt es in einem vom Finanzministerium veröffentlichten Dokument. Die Entscheidung kam nach der Einholung von Feedback von einer Vielzahl von Befragten, einschließlich Akademikern und Branchenexperten.

Die Nachricht bedeutet vielleicht einen Seufzer der Erleichterung für den datenschutzorientierten Flügel der Krypto-Community, von denen sich viele gegen die Maßnahme der EU ausgesprochen haben.

Der CEO von Coinbase, Brian Armstrong, bezeichnete sie damals als „innovationsfeindlich, datenschutzfeindlich und gesetzesfeindlich” und wies auf die schwerfälligen Anforderungen an den Einzelnen hin.

Belastung durch die Meldepflicht unverhältnismäßig größer als die Wirksamkeit

Dem Bericht des Finanzministeriums von letzter Woche zufolge schienen viele der Berater der britischen Regierung Armstrong zuzustimmen. Die Gegner der potenziellen Meldepflicht argumentierten in erster Linie, dass die Belastung durch die Meldepflicht „unverhältnismäßig” größer wäre als ihre Wirksamkeit bei der Bekämpfung illegaler Transaktionen.

Die Befürworter der Meldepflicht behaupteten, dass Überweisungen zwischen beliebigen Parteien genauso transparent sein sollten wie solche zwischen Krypto-Asset-Geschäften, da sie „unhosted wallet”-Transaktionen für ein höheres Risiko hielten. Die Regierung war jedoch anderer Meinung und führte an, dass es „keine Beweise” dafür gibt, dass nicht gehostete Wallets ein unverhältnismäßiges Risiko darstellen.

„Viele Personen, die Krypto-Vermögenswerte zu legitimen Zwecken halten, verwenden ungehostete Wallets aufgrund ihrer Anpassbarkeit und ihrer potenziellen Sicherheitsvorteile (z. B. kalte Aufbewahrung der Wallets)”, so die Regierung weiter.

Eine nicht gehostete oder „nicht verwahrte” Wallet ist eine Wallet, bei der ein einzelner Nutzer die privaten Schlüssel kontrolliert und nicht eine Börse oder Handelsplattform. Dadurch haben die Nutzer die volle Kontrolle über ihre eigenen Gelder und benötigen nicht die Erlaubnis einer dritten Partei. (Beispiele sind MetaMask und WalletConnect oder Hardware-Wallets wie Ledger und Trezor).

Die kanadische Regierung hatte im Februar Probleme mit nicht gehosteten Wallets, als fast 1 Million Dollar in Bitcoin an Demonstranten des Freedom Convoy überwiesen wurden. Trotz erfolgreicher Sperrungen von Bankkonten und Spendenplattformen wie GoFundMe waren die Behörden nur in der Lage, einen Teil der nicht gehosteten Spendengelder zu beschlagnahmen.

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Sandra
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