Wird es bald einen digitalen Euro geben?

Die Europäische Kommission plant die Einführung des digitalen Euros im Jahr 2023. Doch was ist bis jetzt über die Pläne der Europäischen Union für eine derartige Währung bekannt?

Wie sehen die Pläne der EU aus?

Die Exekutive der Europäischen Union (EU) plant ein Gesetz über den digitalen Euro im Jahr 2023 vorzuschlagen. Der Gesetzentwurf wird die Versuche der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einer digitalen Währung für den Einzelhandel ergänzen.

Die Pläne der Kommission, einen Gesetzentwurf vorzulegen, sind der definitivste Hinweis dafür, dass ein digitaler Euro in den kommenden Jahren Realität werden könnte. Seit letztem Jahr hat die EZB gemischte Zeichen bezüglich der Zukunft eines digitalen Euro gegeben. Im September, kurz bevor die zweijährige Untersuchung der EZB über einen digitalen Euro begann, sagte ein EZB-Beamter, dass das Projekt keine Garantie für die Einführung einer digitalen Währung sei. Später sagte EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta, dass ein möglicher digitaler Euro “wahrscheinlich” ein gesetzliches Zahlungsmittel sein würde.

Die EU ist beim digitalen Zahlungsverkehr in Verzug

Mit der steigenden Popularität privater Kryptowährungen wie Bitcoin und Stablecoins, die an den Wert von Vermögenswerten wie dem US-Dollar gekoppelt sind, hat die Recherche zu digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) weltweit zugenommen. Eine Reihe von Ländern, darunter Kanada und China, führen Pilotprogramme durch und Nigeria hat im Oktober eine CBDC eingeführt. In Europa geht es dagegen relativ langsam voran. Im September 2020 sagte EZB-Chefin Christine Lagarde, dass die EU beim digitalen Zahlungsverkehr in Verzug geraten sei und ein digitaler Euro ihnen einen Vorsprung verschaffen könnte.

Trotz der Dringlichkeit, die Christine Lagarde damals zum Ausdruck gebracht hat, bewegen sich die Dinge immer noch in einem vorsichtigen Tempo. Gründe dafür sind die viele daran beteiligten Unternehmen und die Rolle der Zentralbank, die die Diskussion komplizierter gestalten. Ebenso werden auch die Banken bei der Gestaltung und Ausgabe eines digitalen Euro eine Rolle spielen müssen.

Wofür wird der digitale Euro verwendet werden?

Die EZB erwägt einen digitalen Euro für den Einzelhandel, der von den Verbrauchern für alltägliche Transaktionen verwendet werden könnte. Da ihr Hauptaugenmerk also auf einem Zahlungssystem liegt, ist die Frage, ob es auf Blockchain oder auf einer konventionellen Technologie basieren wird, noch offen. Doch diese Pläne der EU haben auch ein politisches Ziel: Sie wollen auch mindestens ein Massenzahlungssystem, das in ganz Europa, in allen europäischen Ländern funktioniert und unter europäischer Kontrolle steht.

Bis jetzt gibt es über die Pläne der EU noch nicht viele Informationen. Wir wissen nur, dass die EZB an einem Konzept arbeitet und in gewisser Weise bleibt uns nichts als abwarten.

Sandra
Sandra

Autorin

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